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    Wallride Volume 1: Erstbegehung an der Croda Bianca

    Joachim Stark
    Joachim Stark

    Aus der Horizontalen in die Vertikale: Nach fast 400 Kilometern und 9000 Höhenmetern auf dem Bike stiegen Stefan Glowacz und Philipp Hans in den Dolomiten vom Sattel in die Klettergurte. Cumbre, Amigos!

    Anfang Juli 2021

    Die Felskathedrale der Croda Bianca mit ihrer 800 Meter hohen Südostwand war das erste Bergziel des Wallrides. Die Marmarole-Gruppe ist ein relativ einsames Gebirgsmassiv südöstlich von Cortina d'Ampezzo. Sehr oft bleiben Kletterer an Traumzielen wie der Tofana, den Drei Zinnen oder der Sella lange vor dem weltbekannten Städtchen hängen. In die Marmarole verirren sich die Wenigsten. Genau dies war für die beiden Abenteurer ein Grund, in dieser wilden Dolomiten-Region eine Erstbegehung zu versuchen.

    „Cumbre!“

    Die Spanier sind bei der Fußball-WM gegen Italien rausgeflogen. Aber der Sport und die Berge können Grenzen überwinden. Ein stolzes „Cumbre“ ist zwar Spanisch, passt aber am Gipfel der 2841 Meter hohen Croda Bianca ebensogut wie ein gesungenes „Sommità“, um die Freude über eine Erstbegehung mit der Welt via Social Media zu teilen.

    Zwei Tage waren Stefan und Philipp in der Wand. Mit minimaler Ausrüstung konnten sie ihre Route „Wallride Volume 1“ erstbegehen. Schwierigkeiten bis zum 8. Grad (UIAA), über 20 Seillängen, Wind, Wetter, Ungewissheit.

    „Unser Ziel war es, eine schöne. logische und möglichst schwere Linie zu klettern, nicht, den Weg des geringsten Widerstands zu suchen. Wir sind minimalistisch unterwegs und haben nicht lange Zeit. Deshalb müssen wir bei unseren Routen genau abwägen und einen Kompromiss aus Schwierigkeit und Schnelligkeit finden. Das ist uns hier bei unserem ersten Kapitel geglückt“, sagt Stefan.

    Das Abenteuer kam dabei nicht zu kurz. „Die Marmarole kannte ich bisher noch nicht. Das machte es extra spannend. Und oben war es noch nicht vorbei. Der Abstieg folgte dem Normalweg, aber hey, das ist echt anspruchsvoll, richtiger Oldschool Alpinismus. Es lag relativ viel Schnee, teilweise haben wir Schneefelder runter gesichert. Wir waren froh, als wir wieder unten waren.“

    Ein Weg ohne Spuren: „Leave no trace“

    Der CO2 Abdruck der beiden „Wallrider“ auf ihrem langen Weg ist minimal. Essen, Atmen, fertig. Und auch auf ihren neuen Wegen am Berg hinterlassen sie keine Spuren. Stefan und Philipp haben eine neue Kletterroute begangen, beließen aber keinerlei Material in der Wand: keine Bohr- oder Normalhaken, kein Schlingenmaterial und natürlich keinen Müll. Sie realisieren bei ihrem jetzigen Projekt, zu was sich die GORE Fabrics Division und die Marke GORE-TEX ebenfalls verpflichtet hat: CO2-Neutralität bis spätestens 2050, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Mehr dazu findest du hier.

    Spuren hinterlässt der Wallride trotzdem – auf seine Art, körperlich und mental: Die Anstrengung schlaucht und das Erlebnis bleibt für immer. Den Ruhetag auf der Chiggiato Hütte feierten Stefan und Philipp zusammen mit den Italienern. Italien wurde Fußball-Europameister. Cumbre. Campiones. Auch hier gilt: nach dem Spiel ist vor der Tour. Das zweite Kapitel hat begonnen. Der Wallride führt weiter in die Schweiz Venga, zum nächsten Gipfeli!

     

    Was steht beim Wallride Projekt noch auf dem Programm? Hier geht’s zu den verschiedenen Updates:

    Joachim Stark Joachim Stark

    Joachim Stark

    Alpinexperte in Theorie, Praxis, Bild und Text. Joachim ist Allround-Bergsportler: Alpin-, Eis- und Sportklettern, Skitouren, Mountainbiken stehen auf seiner Freizeitliste – wenn er neben Pressearbeit, Fotografie, Grafik- und Layoutarbeit für Unternehmen aus der Outdoorbranche freie Zeit findet. Für die Marke GORE-TEX arbeitet er seit 2012 als freier Mitarbeiter.

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