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    7 Wege, wie wir unseren CO2-Fußabdruck verringern

    Markus Wieser
    Markus Wieser

    Aufgrund der guten Fortschritte, die wir in den letzten Jahren bei der Reduzierung unserer Emissionen gemacht haben, setzen wir uns für die Zukunft noch höhere Ziele.

    Wir reduzieren unseren CO₂-Fußabdruck, um unsere Klimaziele zu erreichen - und um als Vorreiter zu zeigen, wie nachhaltige Innovation die Branche verändern kann. Jeder Schritt ist Teil einer umfassenden Klimastrategie auf dem Weg zu unseren 2030-Zielen und darüber hinaus.

    Ursprünglich haben wir uns vorgenommen, unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um 60 % zu senken. Diese Emissionen entstehen an unseren sechs weltweiten Produktionsstandorten für GORE-TEX® Produkte und in unseren Büros - vor allem durch die Verbrennung von Gas zur Erzeugung von Wärme und Dampf sowie durch den Strom, den wir von externen Energieversorgern beziehen. Unser Ziel steht im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

    Unser Ziel, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu senken, haben wir fünf Jahre früher als geplant erreicht - ein klares Signal, dass unsere Maßnahmen wirken. Der Fortschritt zeigt: Wenn wir entschlossen handeln, können wir mehr erreichen, als wir dachten. Deshalb haben wir unser Ziel auf 80 % angehoben.

    Unser zweites Ziel sieht vor, die Scope-3-Emissionen bis 2030 um 35 % zu senken. Also die produktbezogenen Emissionen, die nicht direkt von uns verursacht werden, sondern die entlang unserer Wertschöpfungskette entstehen und auf die wir durch die Wahl der verwendeten Textilien und Membranen Einfluss nehmen können. Auch hier kommen wir voran, wenngleich die Herausforderungen noch komplexer sind; vor allem, weil die Scope 3-Emissionen in Bereichen der Wertschöpfungskette anfallen, die nicht direkt unter unserer Kontrolle sind. Von 2023 bis 2024 ist es uns gelungen, den gesamten Fußabdruck über alle drei Kategorien um 10 % zu verringern. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn klar ist, dass der Wandel in unserer Branche schneller voranschreiten kann und muss.

    Nachstehend die 7 Wege, die zeigen, wie wir CO2-Reduktion in der Praxis umsetzen.

    1. Wir tragen dazu bei, dass GORE-TEX® Produkte möglichst lange genutzt werden

    Der wirksamste Weg, Emissionen zu senken, ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb beschäftigt sich ein eigenes Team bei uns damit, wie Produkte möglichst lange genutzt werden können, um Emissionen bei der Herstellung neuer Produkte zu vermeiden, beispielsweise durch Reparatur- oder Abonnementmodelle. Einige unserer Markenpartner, wie zum Beispiel Arc’teryx, Patagonia und REI, bieten ebenfalls Rücknahme- und Wiederverkaufsmodelle an, die dazu beitragen, dass aufbereitete GORE-TEX® Produkte länger genutzt werden. Wir unterstützen zudem zahlreiche autorisierte Reparaturzentren und stellen detaillierte Wasch- und Pflegeanleitungen zur Verfügung, damit Verbraucher die Funktionalität ihrer Produkte langfristig erhalten können.

    Ein GORE-TEX® Kleidungsstück wird repariert



    2. Wir sind auf 100 % erneuerbare Energien umgestiegen

    Ein weiterer entscheidender Schritt zur Senkung unserer Emissionen war der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien. Heute stammen 100 % des Stroms, mit dem unsere eigenen Produktionsstätten weltweit betrieben werden, aus erneuerbaren Quellen. In Kentucky (USA) haben wir beispielsweise einen Stromliefervertrag über 20 Jahre abgeschlossen, der rund 90 % des Strombedarfs unserer Werke in Delaware (USA) und Maryland (USA) mit Strom aus einem 320 Hektar großen Solarpark deckt. Mehr darüber erfährst du hier.


    3. Wir reduzieren den Verbrauch von fossilen Brennstoffen

    Seit 2021 haben wir den Verbrauch von Erdgas kontinuierlich reduziert. Ein Teil des Rückgangs geht auf die Modernisierung von Anlagen zurück: Wir haben ineffizientere, mit fossilen Brennstoffen betriebene Maschinen am Ende ihrer Lebensdauer durch effizientere, elektrische Anlagen ersetzt. Unter anderem in unserem chinesischen Werk in Shenzhen haben wir eine neue hocheffiziente Kältemaschine mit integrierter Wärmepumpe installiert. Damit senken wir den Erdgasverbrauch im Werk um mehr als 40 %. In einem unserer Werke in Deutschland verrichtet neuerdings ein kompakter, elektrischer Dampfgenerator in der Größe einer Mikrowelle die Arbeit des früheren, wesentlich größeren und mit Erdgas betriebenen Dampfkessels.

    Elektrische Wärmepumpe im Gore Werk in Shenzhen (China)


    4. Wir entwickeln neue, innovative Membrantechnologien

    Der Umstieg auf unsere innovative GORE-TEX® Membran der nächsten Generation auf Basis von ePE (expandiertes Polyethylen)* für Endverbraucherprodukte ist geschafft. Die neue Membran hat gegenüber der bisherigen Technologie einen verringerten CO2-Fußabdruck** und wird mit sorgfältig ausgewählten Textilien, beispielsweise mit recycelten, spinnfasergefärbten oder ungefärbten Textilien*** mit einem niedrigeren Umweltfußabdruck kombiniert.

    Bis Ende 2025 wird die große Mehrheit der GORE-TEX® Verbraucherprodukte ohne absichtlich eingebrachte per- und polyfluorierte Substanzen (PFAS) hergestellt werden. Auch unsere Produktlinien für professionelle Anwendungen wie Arbeitsbekleidung und Schutzbekleidung für Polizei, Rettungsdienste und Streitkräfte werden in den nächsten Jahren vollständig auf die neue Technologie umgestellt.

    GORE-TEX® Produkte der nächsten Generation, im Handel ab Herbst/Winter 2025

     

    5. Wir steigern den Anteil recycelter Textilien

    Gemessen in Metern sind 40 % unserer aktuell von externen Lieferanten bezogenen Textilien recycelt. Die Verwendung von recycelten Textilien verbraucht weniger primäre Ressourcen als die Herstellung neuer Textilien. Aus diesem Grund weiten wir den Einsatz von recyceltem Polyester zunehmend aus und stellen verstärkt von neuem Nylon auf recyceltes Nylon um. In Zusammenarbeit mit dem Materialexperten Bionic fertigen wir zudem GORE-TEX® Produkte aus recyceltem Plastikmüll, der aus dem Meer stammt, was sich auch positiv auf die lokalen Küstengemeinden auswirkt.



    6. Wir setzen auf ressourcenschonendere Färbeverfahren

    Wenn wir mit Lieferanten über die energieintensivsten Prozesse bei der Garnherstellung sprechen, dann spielt das Färben typischerweise eine wesentliche Rolle. Dem jüngsten Bericht des Apparel Impact Institute Roadmap to Net Zero zufolge, ist die Textilherstellung für 55 % des gesamten CO2-Fußabdrucks der Branche verantwortlich, wobei ein erheblicher Teil davon auf das Färben entfällt.

    Das Spinnfaserfärben – ein Verfahren, bei dem man die Farbpigmente direkt in die Fasern einbringt, bevor sie zu Garnen verarbeitet werden – verbraucht nach dem Higg Materials Sustainability Index (MSI) im Vergleich zu herkömmlichen Methoden weniger Chemikalien und Wasser; und es entstehen weniger CO2-Emissionen. Zudem wird die Farbechtheit verbessert. GORE-TEX® Pro Produkte der nächsten Generation sowie weitere ausgewählte GORE-TEX® Produkte werden nach diesem Verfahren hergestellt.



    7. Wir arbeiten gemeinsam mit Partnern an der Dekarbonisierung der vorgelagerten Lieferkette

    Um CO2 in unserer textilen Lieferkette zu reduzieren, arbeitet Gore mit einer Vielzahl von Partnern zusammen, wie der Outdoor Industry Association (OIA), dem Apparel Impact Institute (Aii) in den USA und der European Outdoor Group (EOG). Denn gemeinsam können wir mehr bewirken – sowohl indem wir uns dafür einsetzen, Veränderungen in unseren Lieferketten voranzutreiben, als auch durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Konzepten, die unsere Lieferanten bei der Umstellung von fossilen Brennstoffen auf elektrisch betriebene Anlagen unterstützen.

    Zuletzt haben wir gemeinsam mit vier US Outdoor-Marken ein Analyse-Tool entwickeln lassen, das unseren Textillieferanten Möglichkeiten zur Elektrifizierung der Anlagen und die damit verbundenen, langfristigen Kostenvorteile aufzeigt.

    Ryan Kelley, Gore Fabrics Carbon Footprint Reduction Champion, erläutert die Nachhaltigkeitsstrategie von Gore Fabrics bei der Catalyst Conference 2024 der OIA. Bildnachweis: OIA

     

    Ausblick: Wie wir unser Engagement für den Klimaschutz vorantreiben

    Wir haben bereits viel erreicht. Ob das reicht, um unsere Ziele für 2030 zu erreichen? Wir wissen es noch nicht. Jeden Tag stehen wir vor Zielkonflikten und treffen Entscheidungen: Optimieren wir kurz- oder langfristig? Investieren wir in die Dekarbonisierung der Vorlieferkette, in bessere Softwaresysteme oder in Produktinnovation? Unser Team unterstützt dabei, die Lösungen mit dem geringsten Fußabdruck zu erkennen und umzusetzen. Mich beeindruckt, mit welcher Entschlossenheit dabei Kolleginnen und Kollegen weltweit im vergangenen Jahr gehandelt und zur Verringerung unserer Emissionen beigetragen haben.

    Vor fast sieben Jahren haben wir unsere Ziele definiert und veröffentlicht - damals mit nur begrenzter Vorstellung davon, was auf uns zukommt. Heute wissen wir mehr und haben auch das ein oder andere richtig gemacht. Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren Entwicklungen erleben werden, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Zum Beispiel in Materialentwicklung oder in der Energieerzeugung. Wir bleiben fokussiert und arbeiten weiter daran, wirtschaftlichen Erfolg so zu gestalten, dass er mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten vereinbar ist.

     


    * Derzeit nur in Endverbraucherprodukten erhältlich; professionelle Anwendungsbereiche folgen in Kürze.
    ** Durch die innovative Membran und ausgewählte Textilien (gemäß Higg MSI).
    *** Je nach gewähltem Laminat.

     

    Markus Wieser Markus Wieser

    Markus Wieser

    Climate Team Leader

    Markus ist Leiter des Gore Fabrics Climate Teams, das sich mit zielgerichteter Problemlösung und der Unterstützung von geeigneten Maßnahmen dafür einsetzt, dass wir unsere Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030 und darüber hinaus erreichen. Er verbindet technisches Fachwissen mit seiner Leidenschaft für wissenschaftsbasierte Lösungen und seinem starken Engagement für den Schutz der Natur.

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